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| Franz Renggli - Körperpsychotherapeut - Familien-/Babytherapeut | |||||||
Basel, im September 2011
Rundbrief 2012 zur pränatalen Psychotherapie
Liebe Kolleginnen und Kollegen, Wie angekündigt habe ich mein Buch über die pränatale- und perinatale Psychologie und Psychotherapie geschrieben. Durch Anregungen von Kolleginnen und Freunden habe ich diesen Sommer mein Buch nochmals umgearbeitet, so liegt jetzt die druckfertige Fassung vor mit dem Arbeitstitel: Das Tor zum Leben – grundlegende Prägungen eines Menschen durch Schwangerschaft, Geburt und Babyzeit-ein neuer Weg zum höheren Selbst. Dabei ist mein Buch einmal eine Darstellung, was wir heute von wissenschaftlicher Seite her über den Einfluss der Schwangerschaft wissen, und das ist erstmal einfach umwerfend. Zudem ist mein Buch ein Versuch, Wissenschaft und Spiritualität zu gleichen Teilen zusammenzufügen. Wir verstehen einen Menschen und ein Baby nur, wenn wir sein hoch verletzliches Wesen am Lebensanfang, das menschliche Bewusstsein erfassen und gleichzeitig seine Seele spüren, sein spirituelles Bewusstsein, welches sich aus der geistigen Welt gelöst hat und nach dem Tod weiterexistieren wird. Neben vielen Falldarstellungen, wie ich mit Babys, Kleinkindern und ihren Eltern arbeite, enthält mein Buch auch meine Begleitung von erwachsenen Menschen auf ihren „Reisen in die eigene Schwangerschaft und Geburt“. Es ist letztlich eine Erfahrung aus meiner vierzigjährigen praktischen psychotherapeutischen Tätigkeit und meiner Arbeit mit pränataler und perinataler Psychotherapie aus den letzten 15 Jahren. Ich wünsche mir für mein Buch einen Grossverlag mit einer möglichst hohen Verbreitung, damit Menschen heute verstehen, wie sehr unser Erleben und unsere Gefühle, unsere Entscheidungen und unser Verhalten durch Strukturen bestimmt werden, die uns nicht bewusst sind und über die wir weitgehend keine Kontrolle verfügen. Hier liegen gleichzeitig viele alte Verletzungen begraben und wenn es uns gelingt, sie zu transformieren, ist hier eine reiche Quelle von unseren Ressourcen, der Ursprung unserer Kraft, unserer Kreativität und unserer sozialen Kompetenz verborgen. Mein Manuskript ist druckfertig, aber einen Verlag habe ich noch nicht gefunden. So weiss ich noch nicht, wann und wo es herauskommt. Sobald ich genaueres weiss, werde ich es euch wissen lassen.
Meine neue Weiterbildung: Vorgeburtliche Erfahrung als Quelle von Heilung: Zudem biete ich im nächsten Jahr im Dezember wieder einen Kurs V meiner Weiterbildung an: eine Wiederholung von Kurs IV und d.h. eine Anleitung wie solche „Reisen in die eigene Schwangerschaft und Geburt“ durchgeführt werden können. Dieser Kurs ist für all diejenigen, die nach abgeschlossener Weiterbildung einmal in ihrer Selbsterfahrung ein Stück weiterkommen wollen und vor allem, um ihre Fertigkeit als Therapeut/Therapeutin zu vertiefen. Es ist dies eine Möglichkeit, mit mir und meiner Methode in Kontakt zu bleiben. Siehe für das Datum das Beiblatt zum Rundbrief. Meine laufende Weiterbildung in Deutschland - zusammen mit Gudrun Indlekofer und Joachim Detjen - wird nächstes Jahr, 2012, weitergeführt mit Kurs III über die Schwangerschaft und Kurs IV, eine Anleitung wie ich meine Seminare: „Reise durch die eigene Schwangerschaft und Geburt“ durchführe. Auch hier die Daten im Anhang. Zu einer nächsten Weiterbildung in Deutschland hat mich Helga Fink eingeladen und zwar an die Hochschule für Kunsttherapie in Nürtingen, in der Nähe von Stuttgart. Eine Einführung von vier Tagen ist geplant im März 2012 – die von der Hochschule zertifizierte Weiterbildung wird aufgeteilt in acht Blöcke an verlängerten Wochenenden verteilt über zwei Jahre. Diese Weiterbildung ist offen für alle Interessierten – nicht nur für Absolventen der Hochschule für Kunsttherapie. Nähere Informationen bei Helga Fink, Anmeldung bei der Hochschule für Kunsttherapie, siehe Beiblatt zum Rundbrief. Traumaheilung bei Babys: Wer speziell an meiner Arbeit mit Babys oder Kleinkindern und ihren Familien interessiert ist, dem empfehle ich mein dreieinhalbtägiges Seminar im Juni 2011. Ich zeige dann direkt, wie ich mit fünf oder sechs Babys arbeite und jeweils eine Kursteilnehmerin kann mich dabei unterstützen – eine optimale Möglichkeit um zu lernen. Wer ein Baby/Kleinkind kennt, dessen Familie eine Hilfe sucht, soll sich mit mir in Verbindung setzen. Termin und Kosten siehe auf dem Beiblatt im Rundbrief. Seminar zur Paar – und Familientherapie: Seit mehr als vierzig Jahren führe ich jetzt meine Psychotherapeutischen Praxis und seit dieser Zeit arbeite ich auch mit Paaren und Familien. Diese reiche Erfahrung brauche ich als Grundlage bei der Behandlung von Babys und Kleinkindern mit ihren Eltern. Es gibt immer wieder Therapeuten/Innen, die gerne mit Babys arbeiten würden, jedoch keine Erfahrung mit der Arbeit von Paaren und Familien besitzen und deswegen eine Scheu und Zurückhaltung zeigen vor der Traumaheilung mit Kleinkindern. An diese Menschen richtet sich mein Seminar: Ich werde an dreieinhalb Tagen mit sechs Paaren bzw. Familien arbeiten, sodass die Teilnehmer/Innen mir möglichst umfassend zuschauen können, um ganz verschiedene Lebens-situationen kennen zu lernen. Und eine Teilnehmerin des Seminars wird mich bei meiner Arbeit begleiten, sodass wir immer ein Therapeuten-Team bilden – eine Möglichkeit, um möglichst tief in die Arbeit rein zu wachsen. Termin und Kosten siehe Beiblatt/Anhang zum Rundbrief. Selbsterfahrung: Reise in die eigene Schwangerschaft und Geburt. Wie jedes Jahr biete ich pro Jahr acht Mal die Möglichkeit einer Selbsterfahrung an, in welcher jede/jeder Teilnehmer/In die Gelegenheit hat ihre eigenen ersten Erfahrungen aus dem Lebensanfang zu erforschen und zu spüren, wie diese alten Traumamuster unser gesamtes Leben prägen und unseren Alltag bestimmen. Dabei geht es nicht primär um das Trauma, sondern um innerhalb der Gruppe mit sieben Teilnehmer/Innen eine neue Erfahrung, eine Heilung zu erleben. Dieser Prozess ist zentral wichtig für all diejenigen, welche später selber andere Menschen in ihren eigenen frühen Verletzungen und Erfahrungen begleiten möchten. Daten siehe auf dem Beiblatt des Rundbriefes. Nur ein kurzer Hinweis auf den diesjährigen ISPPM-Kongress (International Society for Prenatal and Perinatal Psychology and Medicin). Sie haben den Titel des Kongresses erweitert auf: Wurzeln des Lebens – die pränatale Psychologie im Kontext von Wissenschaft, Heilkunde, Geburtshilfe und Seelsorge, im Haus am Dom, Frankfurt am Mai vom 21.-23. Oktober 2011. Ein Anmelde-formular findet sich unter www.isppm.de oder bei der Geschäftsstelle bei der ISPPM: Johanna Schacht in Wiesbaden: 0049 611 168 57 437. Der Kongress in 2012 findet ungefähr zum gleichen Zeitpunkt statt, d.h. wiederum Ende Oktober, das Thema wird am diesjährigen Kongress festgelegt. Laufende Veranstaltungen der ISPPM in Basel siehe unter www.isppm.de
Zur neuen Literatur: Auch Brigitte Meissner hat ein neues Buch herausgebracht (2011): Emotionale Narben aus Schwangerschaft und Geburt auflösen, Mutter-Kind-Bindungen heilen oder unterstützen – in jedem Alter, Brigitte Meissner Verlag. Wie immer geht es Brigitte darum, emotionale Schwierigkeiten aus dieser ersten Lebenszeit ausheilen zu lassen und zwar beim Baby wie bei der Mutter, beispielsweise durch das Heilbad, bei welchem ein Baby nochmals mit nasser Haut auf dem Körper der Mutter liegen darf – wie nach der Geburt. Oder aber durch die Visualisierung eines rosaroten Herzensfadens, um die Bindung zwischen Mutter und Baby zu vertiefen. Erwähnt sei auch das neue Buch von Martina Eirich und Caroline Oblasser (2009): Luxus Privatgeburt, starke Mütter über die Kunst des Gebärens in den eigenen vier Wänden, eine fotografische Liebeserklärung an Hausgeburt und neue Weiblichkeit, Edition Riedenburg, Salzburg. Wie im Kaiserschnittbuch (Caroline Oblasser: Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht) lassen die beiden Autorinnen viele Mütter erzählen, wie sie zuhause geboren haben. Empfehlenswert ist eine Hausgeburt vor allem deswegen, weil hier ohne irgendeine Störung von aussen geboren werden kann. In diesem Zusammenhang nur kurz eine Zahl aus dem neuen Buch von Herbert Renz-Polster: Menschenkinder für eine artgerechte Erziehung (wird im Herbst 2011 erscheinen): In Kliniken erlebt nur noch jede 20. Mutter eine Geburt ohne irgendwelche Eingriffe – es ist somit „gefährlich geworden“ in einer Klinik zu gebären. Im gleichen Verlag ist auch das Buch von Heike Wolter (2010) erschienen. Meine Folgeschwangerschaft, Begleitbuch für Schwangere, ihre Partner und Fachpersonen nach Fehlgeburt, stiller Geburt oder Neugeborenen Tod, ebenfalls Edition Riedenburg. Das Buch kann Eltern empfohlen werden, wenn sie in dieser frühen Lebenszeit ein Baby verloren haben. Von beiden Autorinnen gibt es auch je ein Kinderbuch zum gleichen Thema. Caroline Oblasser: Unser Baby kommt zuhause und Heike Wolter: Lily ist ein Sternenkind – für Kinder die ein Geschwister in dieser frühen Lebenszeit verloren haben. Beide Kinderbücher ebenfalls bei Edition Riedenburg, Salzburg. Beim Stichwort Kinderbuch möchte ich auch auf dasjenige von Ilka Maria Thurman und Uta Fischer (2010) hinweisen: Am Anfang waren wir zu Zweit, ein Buch für verlassene Zwillingskinder, Mabuse Verlage – eine ergreifende Geschichte in Bildern. Hinweisen möchte ich auch auf das neue Buch von Otmar Jenner (2010): Das Buch der Ankunft, der Weg der Seele bis zur Geburt Allegria, Berlin. Jenner ist Autor der Bücher: Spirituelle Medizin, heilen mit der Kraft des Geistes, Rohwolt, Reinbeck bei Hamburg (2005) und das Buch des Übergangs, spirituelle Medizin und Sterbebegleitung (2007) beim Ullstein Verlag in Berlin. Dabei stützt sich Jenner auf die moderne pränatale Literatur wie Thomas Verny, Ludwig Janus oder Rupert Linder. Der Beitrag von Jenner besteht nun vor allem in Texten, welche Eltern in jeder neuen Schwangerschaftswoche bis hin zur Geburt und die Zeit danach an ihr Baby richten können. Manchmal muten diese Texte wie ein Gebet an, sie können dem Baby direkt vorgelesen werden oder bilden eine wunderbare Anregung für eigene Ideen von werdenden Eltern. Hinweisen möchte ich vor allem auf das aufregende Buch des Neurobiologen und freien Wissenschaftsjournalisten Peter Spork (2009): Der zweite Code, Epigenetik oder: wie wir unser Erbgut steuern können. Rowohlt, Reinbeck bei Hamburg. Spork stellt dar, wie die Wissenschaft das menschliche Genom 2003 schliesslich entschlüsseln konnte, jedoch enttäuscht darüber war, wie viel weniger Gene sie gefunden hatten, als erwartet worden war. Und die Gene sind bekanntlich die Schaltstellen unseres Erbgutes, welche die Funktionen in unseren Zellen und Organen steuern. Der entscheidende Sprung in der Erbforschung jedoch ist die Epigenektik, nämlich die Strukturen im Erbgut, welche diese Gene steuern. Und das bedeutet: Die Aktivität eines Genes an- oder abstellen - je nach Anforderungen aus der Umwelt. Hinzu kommt das Phänomen: Die befruchtete Eizelle trägt noch jede Potenz aller späteren Zellen in sich. In den ersten drei Monaten eines menschlichen Lebens, in der Schwangerschaft, bilden sich die verschiedenen Organe mit den verschiedenen Zelltypen heraus: Muskel-, Knochen-, Hirn-, Blutzellen oder Drüsengewebe und so fort. Je nach Zelltypus werden von den ursprünglichen Potenzen der befruchteten Eizellen ganz bestimmte Funktionen aktiviert und andere abgestellt: All dies sind ebenfalls Aufgaben des zweiten Codes, des Epigenomes, des „Steuerungs-mechanismus“ unseres Erbgutes. Und auch diese Steuermechanismen sind im Erbgut selbst vorhanden, Spork beschreibt drei verschiedene Mechanismen – es ist zu vermuten, dass in Zukunft eine ganze Reihe von Neuen gefunden und beschrieben wird. Diese Differenzierung der Zellen und die Einflüsse aus der Umwelt auf das heranwachsende Leben geschehen vor allem in der ersten Lebenszeit, in den ersten drei Monaten während der Schwangerschaft. Hier werden die grundlegenden Prägungen des Epigenoms, der Steuerung unseres Erbgutes festgelegt. Die körperliche und psychische Konstitution unserer Eltern ist somit von zentraler Bedeutung für unsere spätere Neigung zu Gesundheit oder zu Krankheit. Oder wie schon der englische Mediziner David Barker in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts herausgefunden hat, werden alle grossen Krankheiten letztlich in der Schwangerschaft festgelegt, was er als fötale Programmierung bezeichnet hat. Peter Nathaniels hat diese Forschungen später in Amerika vertieft. Was Peter Spork aus der ganzen Wissenschaftswelt zusammengetragen hat, liegt ganz auf der Linie von www.dohad.org der Abkürzung von: Journal of Developmental Origin of Health and Disease, ein Journal das es erst seit einem Jahr gibt und das wahrscheinlich eine neue Grundlagenforschung für die gesamte Medizin eröffnen wird. Und noch ein letztes: Über diese Epigenetik ist es wahrscheinlich, dass das Funktionieren von Zellen und Organen als Anpassung an die Umwelt von einer Generation auf die nächste vererbt wird – eine späte Rehabilitierung der Ideen von Jean-Baptiste de Lamarck, dem grossen Gegenspieler von Charles Darwin, welche die Entstehung von neuen Arten alles nur dem Zufall zuschreiben wollte. Was Peter Spork darstellt ist genau auf der Linie von Bruce Lipton: Intelligente Zellen – nur viel breiter abgestützt. Ein kleiner Wermutstropfen zum Schluss: Spork macht sich zum Schluss seines Buches stark für Stammzellenforschung, als Voraussetzung für die Bekämpfung ganz vieler Krankheiten, inklusive von Krebs. Beim Stichwort Krebs möchte ich kurz ein Buch erwähnen, das ich per Zufall entdeckt habe. Andreas Moritz (2009): Krebs ist keine Krankheit, Krebs ist ein Überlebensmechanismus. Entdecken sie den versteckten Sinn von Krebs, heilen Sie seine Ursache und seien Sie gesünder denn je. Vox Verlag, Bad Lausick – ein wunderbares Buch, das betroffenen Menschen geschenkt werden kann: Wie diese Krankheit in einen Gesundwerdungsprozess umgewandelt werden kann, angefangen von der Ernährung, über diverse Kräuter, verschiedene Therapie-Methoden und natürlich die Aufarbeitung der psychischen Hintergründe von Krebs. In diesem Zusammenhang möchte ich eine liebe Kollegin und Gynäkologin aus Berlin – Anita Höhne – zitieren, die ihre Patientin mit einer Krebsdiagnose zu fragen pflegt: „Was sind sie bereit in ihrem Leben zu ändern?“ Krebs wird so verstanden – wie übrigens jede Krankheit – als „dein Freund und Helfer“: „Was will dir dein Körper für eine Botschaft geben? Bist du bereit, sie zu hören?“ Für die Abfassung meines Buches habe ich mich auch mit Reinkarnation auseinandergesetzt: Wir alle sind alte Seelen, die auf diese Welt gekommen sind, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen – der Sinn unseres Lebens. Warum ist von der christlichen Kirche so viel Energie aufgewendet worden gegen dieses im Osten so weit verbreitete Glaubenssystem? Darauf gibt Elizabeth Claire Prophet und Eric L. Prophet (2010) eine wunderbar klare Antwort: Reinkarnation, das unterdrückte Geheimnis des Christentums, Ansata, München. Dabei führt uns Elizabeth Prophet in die alte Tradition der Mystik zurück, deren Anhänger glauben, dass Gott nicht „aussen“ sondern „in allem was ist“, vorhanden ist. Es gibt diesen göttlichen Funken in jedem Menschen, in allem was lebt und existiert: Wir alle sind miteinander verbunden. Durch Achtsamkeit kann mit diesem Gott in allem was ist Kontakt aufgenommen werden – eine grosse Bedrohung für eine auf starken Machtstrukturen basierende Kirche. Sowohl der Katholizismus wie der Protestantismus musste diese Idee klar und konsequent ablehnen. Von den wichtigsten Neuerscheinungen, die mich und meine Arbeit betreffen, seien folgende Bücher genannt: Das neue Werk von Peter Levine (2011) Sprache ohne Wortey, wie unser Körper Traumas verarbeitet und uns in die innere Balance zurückführt, Kösel, München. Sehr anschaulich schildert Peter Levine hier seine Theorien und wie sie in der Praxis angewendet werden. Ebenfalls erwähnt sei das Buch von Stephen Porges (2010): Polyvagal-Theorie, Neurophysiologische Grundlagen der Therapie – Emotionen, Bindung, Kommunikation und ihre Entstehung, Junfermann, Paderborn. Porges möchte zeigen, wie es drei verschiedene Arten des Nervus vagus (Nervus X) im autonomen Nervensystem gibt, um auf eine Bedrohung zu reagieren: Das totale Abschalten, die Dissoziation, was uns mit den archaischen Wirbeltieren verbindet; Kampf oder Flucht, was eine Aktivierung des Sympaticus darstellt und schliesslich die soziale Antwort auf eine Bedrohung, bei welcher wir kurz innehalten können, um entsprechend differenziert zu reagieren, was den Säugetieren und den Menschen vorbehalten ist. Vom Altmeister der Neurowissenschaften, von Antonio Damasio ist ebenfalls sein neuestes Buch erschienen (2011): Selbst ist der Mensch, Körper, Geist und die Entstehung des menschlichen Bewusstseins, Siedler, München. (Frühere Werke: Descartes` Irrtum, 1995 und Ich fühle, also bin ich, 2000). In seinen früheren Werken ging es Damasio darum, den wichtigen Stellenwert unserer Gefühle aufzuzeigen und eine wie zentrale Rolle sie in unserem Leben spielen – unter Umständen ohne, dass wir uns dessen bewusst sind. In seinem neuen Werk will er aufzeigen, dass das menschliche Gehirn und seine Funktionsweise ausreichen, um das Phänomen des Bewusstseins zu erklären. Ganz im Unterschied zum holländischen Kardiologen Pim van Lommel („Endloses Bewusstsein“, seine Forschungen über Nah-Tod-Erfahrung), der zum Schluss festhält: Es gibt ein Bewusstsein vor unserer Zeugung und nach unserem Tod, das heisst unabhängig von körperlichen Strukturen, von unserem Gehirn. Damasio liegt natürlich nicht auf meiner Linie, umso sorgfältiger werde ich sein Werk studieren sobald ich Zeit dazu finde. Zum Schluss möchte ich auf einen psychotherapeutischen Altmeister aus Amerika hinweisen, den ich schon mehrmals zitiert habe. Das neue Buch von Daniel Siegel (2010): Die Alchemie der Gefühle, wie die moderne Hirnforschung unser Seelenleben entschlüsselt – das Navigationssystem zur emotionalen Klarheit. Kailash. Frühere Werke: Wie wir werden, die wir sind (2006) und Das achtsame Gehirn (2008). Von der modernen Hirnforschung ausgehend versucht Siegel diese mit beispielsweise Bindungstheorie oder mit spirituellen Techniken zu verbinden, wie das Einüben von Achtsamkeit, um vom „inneren Meer der Gefühle“ nicht überrollt oder überschwemmt zu werden. „Mindsight“ – wie er es nennt – ist die nach innen gekehrte Aufmerksamkeit, um die Aktivität des eigenen Geistes und der eigenen Gefühle zu erspüren, zur Aufrechterhaltung unserer Stabilität und unseres inneren Gleichgewichtes. Und Siegel gibt dazu immer wieder anschauliche Beispiele aus seiner Praxis – ein empfehlenswertes Buch. Ich wünsche euch allen ein gutes Gelingen Eurer Projekte und Träume in dieser so hektischen Zeit voller Veränderungen und Umwälzungen, die scheinbar notwendig sind auf dem Weg zu einem höheren Bewusstsein.
Ganz herzlichst, |
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Der Rundbrief 2012 kann hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden: |
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