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Liebe Kolleginnen und Kollegen,
dieser Rundbrief steht im Schatten meines Schreibprozesses über die Neurobiologie, der Theorie des IV Teiles meiner Weiterbildung. Wenn nun alle Teile geschrieben sind, sollte dies die Grundlage für ein neues Buch über die pränatale Psychotherapie werden: Erfahrungen aus meinen letzten fünfzehn Jahren als pränataler Psychotherapeut.
Meine Weiterbildung: Vorgeburtliche Erfahrung als Quelle von Heilung: neu ist, dass sie nur noch hier in Basel stattfindet. Das Interesse an diesen frühen Traumatisierungen war im Kientalerhof zu gering – deswegen werde ich dort keine Kurse mehr anbieten.
Meine nächste Weiterbildung beginnt im Juni 2010 hier in Basel, siehe das entsprechende Beiblatt im Anhang. Sie ist offen für alle interessierten Menschen, welche die pränatale Dimension des Seelenlebens in ihre Arbeit integrieren wollen. Zentrales Anliegen ist die Bedeutung und Lösung von Traumatisierungen aus der Schwangerschaft, während der Geburt und in der Babyzeit und d.h. im vorsprachlichen Raum, an den wir uns bewusst und d.h kognitiv nicht zurückerinnern können. Bei dieser Weiterbildung wird viel in Kleingruppen gearbeitet, wodurch immer ein wichtiger Anteil an Selbsterfahrung enthalten ist. Die gesamte Weiterbildung umfasst vier Kurse während zweier Jahre. Zum „Schnuppern“ kann auch nur ein einzelner Kurs belegt werden oder nach Rücksprache mit mir ist auch ein Quereinsteigen in den Kurs II möglich. Da die Theorie durch mein Schreiben immer umfangreicher wurde, habe ich die Kurse von bisher fünf auf fünfeinhalb Tage verlängert. Bei Bedarf wird auch ein Kurs V angeboten für diejenigen, die mit meiner Arbeitsweise in Kontakt bleiben wollen. Wer zudem alle vier Kurse besucht hat, dem biete ich die Möglichkeit mit mir zusammen einen „Geburtsworkshop“ zu leiten. Eine optimale Möglichkeit des Lernens oder um den Mut zu finden selber Menschen in diese frühen Lebensabschnitte zu begleiten.
Traumaheilung bei Babys: Wer speziell mit Babys oder Kleinkindern arbeiten möchte, dem biete ich die Möglichkeit mir an zwei– beziehungsweise dreieinhalb Tagen live zuzuschauen wie ich mit einem Baby und seiner Familie arbeite. Im Rahmen der ISPPM–Schweiz biete ich eine erste Möglichkeit am 8. Und 9. Mai an. Mein dreieinhalbtägiges Seminar mit einer theoretischen Einleitung und anschliessend der Demonstration von fünf oder sechs Familien mit ihren Babys und Kleinkindern verschiebe ich dieses Jahr deswegen ausnahmsweise auf den Oktober. Siehe für genaue Daten das entsprechende Beiblatt. Wer eine Familie mit Baby oder Kleinkind kennt, die er/sie gerne mitbringen würde, melde sich bitte drei bis vier Wochen vor dem Kurs bei mir.
Selbsterfahrung: Die eigene Geburt erleben: Wie bisher biete ich pro Jahr 8 Geburtsworkshops an, da jede/er Teilnehmer/in die Gelegenheit hat, ihre eigene frühe Erlebenszeit zu erforschen, beziehungsweise zu erfahren, wie diese alten Traumamuster immer wieder unser Leben im Alltag bestimmen. Wichtig bei dieser Erfahrung ist jedoch nicht so sehr das Traumamuster, sondern das Erleben einer Neuerfahrung, was wir als Baby in der Schwangerschaft oder in der Geburt gebraucht hätten – eine neue Erfahrung, die uns hilft, die alten Verletzungen zu transformieren – der Sinn unseres Lebens. Dabei erhält jede/er Teilnehmer/in die Gelegenheit sein eigenes Schicksal in einem längeren Prozess zu ergründen. Doch werden die Teilnehmer durch alle Prozesse ganz tief berührt – meist öffnet sich dabei ein wichtiges Tor zum Leben. Und natürlich ist dieser Prozess von zentraler Bedeutung für all diejenigen, welche anderen Menschen bei ihren frühen Verletzungen begleiten wollen. Zu den Daten dieser Selbsterfahrung siehe das entsprechende Beiblatt.
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Zusammen mit Markus Fischer haben wir ab 1995 die prä– und perinatale Psychotherapie in die Schweiz geholt – der erste Kurs war mit William Emerson und vor allem mit seinem Schüler Ray Castellino. Inzwischen finden sich ganz verschiedene Angebote dieser speziellen Therapieform in der ganzen Schweiz, welche ich im Folgenden kurz darstellen will.
An erster Stelle sei das IBP (Integrative Body Psychotherapy Institut) von Markus Fischer erwähnt: Hier wird eine Weiterbildung durch Karlton Terry angeboten, ein Grundkurs mit sechs Modulen à je fünf Tagen. Die nächste Weiterbildung beginnt im März 2010. Zudem sind weitere Aufbaukurse zu ganz verschiedenen Themen möglich. Bei Karlton besteht auch die Möglichkeit, sich zum Babytherapeuten ausbilden zu lassen, in acht Modulen à je vier Tagen. In Babyklinik–Days haben Interessierte die Gelegenheit ihm während einer oder zwei Tagen ganz einfach auf die Finger zu schauen, wie er mit Babys arbeitet. Und schliesslich sei erwähnt, dass Karlton Terry eine Methode entwickelt hat, um in vier Kursen à je fünf Tagen die eigene Zeugung zu erleben: die Spermium–, die Eireise, die Zeugung selbst und schliesslich das Verschmelzen der Gene. Interessierte melden sich beim IBP–Institut (Sekretariat Frau Kläusler) www.ibp–institut.ch oder +41 (0) 52 212 34 30, siehe auch die Website von Karlton: www.karltonterry.com.
Seit neuestem bietet auch das Sirt (Schule für interdisziplinäre Systemtherapie) wieder eine dreijährige Weiterbildung mit William Emerson in der Schweiz an, was von Barbara Schmid organisiert wird. William Emerson ist der „Altmeister“, welcher diese moderne prä– und perinatale Psychotherapie mit Babys und Erwachsenen begründet hat. Barbara Schmid übernimmt die Hälfte der Weiterbildung, sie selbst ist Psychiaterin (Jung, System und Familie), Homöopathin und Traumaarbeit, zudem geht sie mit ihren Patienten auch ins Wasser. Diese Weiterbildung beginnt im April 2010, wobei William Emerson sechs Kurse durchführt à je fünf Tagen, Barbara Schmid zusammen mit Wolfgang Fasser, ein Musiktherapeut, nochmals sechs Kurse – insgesamt umfasst die Weiterbildung also 60 Tage. Anmeldung bei info@sirt.ch oder im Sekretariat +41 (0) 52 386 31 42 (donnerstags) und www.sirt.ch. Zudem arbeitet William Emerson auch mit einer geschlossenen Gruppe von erfahrenen Therapeuten hier in der Schweiz, in welcher noch drei Plätze frei sind.
Dominique Degranges, ein Schüler von Ray Castellino, vereint in seinem Da–Sein–Institut Craniosakraltherapie mit pränataler und Geburtsarbeit. Seine Weiterbildung umfasst 8 Kurse à fünf Tagen und seine erste Weiterbildung ist gerade abgeschlossen worden – seine neue hat im Oktober 2009 angefangen und umfasst einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren. Neubeginn seines dritten Kurses ist wahrscheinlich im 2012. info@energiearbeit.ch oder Tel. +41 (0) 52 203 24 55 oder www.da–sein–institut.ch. Dominique bietet auch regelmässig Prozessworkshops, sogenannte Geburtsworkshops an.
Neu wird auch Klaus Käppeli aus St. Gallen zusammen mit Regina Bücher aus Freiburg (D) eine „Weiterbildung in prä– und perinataler Arbeit mit Kindern und Erwachsenen“ anbieten mit 8 Modulen à je sechs Tagen. Beginn 2012 (drei Seminare pro Jahr). Beide, Klaus und Regina, haben die Ausbildung bei Ray Castellino gemacht und auch bei ihm in Amerika assistiert. Klaus ist Kindertherapeut mit Hintergrund IBP–Ausbildung, Regina ist Heilpädagogin und Kindertherapeutin mit Ausbildung in Polarity und Craniosakral–Therapie. Klaus reist als total engagierter Kindertherapeut mit seinen Vorträgen durch ganz Europa – von seinen Vorträgen sind auch bereits zwei Videos erhältlich: „Kaiserschnittgeburt im Erleben des Kindes“ und „Zange und Vakuum, was erlebt das Kind dabei“. Weitere Videos/DVDs werden folgen. Anmeldung unter klaus.kaeppeli@bluewin.ch oder +41 (0) 71 223 48 91 oder regina_buecher@optosolar.de oder + 49 (0) 7668950864.
Schliesslich möchte ich Barbara Schlochow erwähnen. Sie ist Hebamme und hat ihre Grunderfahrung mit dem Quadrinity–Prozess gemacht. Zudem ist sie Farbtherapeutin und hat eine Ausbildung in Biosynthese. Innerhalb des Familienstellens im Quadrinity–Prozess hat sie das Phänomen des verlorenen Zwillings entdeckt und darüber das heute beste Zwillingsbuch geschrieben: Gesucht: mein verlorenen Zwilling. Liebe und Tod am Beginn des Lebens, vom Trauma zum Segen. Editions à la carte, Zürich. Barbara leitet ihre Weiterbildung zusammen mit Christiane Seiwald (Polarity und geistiges Heilen). Ihre Weiterbildung umfasst 15 Tage mit dem Thema: Inkarnation, verlorener Zwilling, Schwangerschaft und Geburt. Anmeldung bei Barbara Schlochow in Buchs, b.schlochow@bluewin.ch oder www.barbaraschlochow.ch.
Erwähnen will ich schliesslich Thomas Harms, der seine Ausbildung zum Babytherapeuten jeweils in seiner Heimatstadt Bremen anbietet und zudem im Institut für innere ökologie in Zürich (Urs Honauer). Siehe auch seine Bücher: Auf die Welt gekommen, die neuen Babytherapien 2000, und emotionale erste Hilfe, Bindungsförderung, Krisenintervention, Eltern–Baby–Therapie 2008, beide bei Leutner, Berlin. Neu beginnt Thomas seine nächste Weiterbildung hier in Basel, organisiert durch Cornelia Reichlin und durch Silvia von Büren. Anmeldung über www.elternbabyzentrum.ch. Thomas gibt nochmals einen Einführungsworkshop am 4./5. Februar 2010. Die Weiterbildung beginnt im März 2010 mit insgesamt 16 Modulen à jeweils drei Tagen, die auch einzeln besucht werden können (siehe Website).
Als letzte Institution sei das Polarity Bildungszentrum von Urs Honauer erwähnt, hier werden immer wieder einzelne Kurse mit prä– und perinatalen Themen angeboten. Am 15. April 2010 hält Aletha Solter einen Vortrag und am 17. April 2010 ein eintägiges Seminar: Wie Kinder Stress und Trauma verarbeiten. Dabei lautet die Grundphilosophie von Aletha: jede auf dem Körper der Eltern geweinte Träne ist eine Heilung – siehe auch ihre vielen Bücher. Vom 5.–7. Juni 2010 finden die 2. Zürcher Traumatage statt zum Thema: Trauma und Kinder mit Peter Levine. Vom 25.–27. Juni 2010 ist Wendy McCarty aus Kalifornien eingeladen, siehe unten. Oder im November gibt Urs Honauer selber einen Tageskurs zum Thema: Kaiserschnitt–Kinder. Für genauere Infos siehe www.polarity.ch oder info@polarity.ch oder +41 (0) 44 218 80 80.
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Von der ISPPM Schweiz (Internationale Studiengemeinschaft für Pränatale und Perinatale Psychologie und Medizin) möchte ich berichten, dass am 24. April 2010 die nächste Generalversammlung sein wird – dabei hält Rupert Linder, der Präsident der ISPPM, ein Seminar zu seinem Spezialgebiet: Gynäkologie und Psychotherapie. Zudem wird im Herbst diesen Jahres Klaus Käppeli ein prä– und perinataler Psychotherapeut der ersten Stunde vier Vorträge halten zu seinem Spezialgebiet: am 26. August 2010: Schwangerschaft – Trainingsfeld des Lebens, am 23. September 2010: die Kaiserschnittgeburt im Erleben des Kindes, am 28. Oktober 2010: Zange oder Vakuum, was erfährt ein Kind dabei, und schliesslich am 25. November 2010: Bonding als Tor zur Welt der Beziehungen, jeweils am Donnerstagabend von 19.00–21.30h.
Wie jedes Jahr hat auch Karlton Terry wiederum zwei Baby–Klinik–Days hier in Basel: am 6./7. März und am 16. November 2010. Sein Embodyment Workshop – Erfahrungen rund um die Zeugung – werden hier in der Schweiz geleitet durch seine Partnerin Kathryn Kerr und Peter Schindler, dem Präsidenten der ISPPM Schweiz. Ich selbst zeige an zwei Tagen meine Arbeit mit Babys und ihren Familien, am 8./9. Mai 2010. Interessenten melden sich bitte beim Sekretariat der ISPPM Schweiz: Melinda Klüttli: sekretariat@isppm.ch oder + 41 (0) 79 360 19 63 oder www.isppm.ch.
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Der wohl wichtigste Anlass im nächsten Jahr ist die Einladung von Wendy McCarty in die Schweiz. Sie ist Autorin des Buches: Welcoming Consciousness, Supporting Babies’ Wholeness from the Beginning of Life. Wondrous Beginnings Publishing, Santa Barbara, welches bisher nur übers Internet erhältlich war und welches im September 2009 nun als erweiterte Buchfassung erschienen ist. Ich habe im letzten Rundbrief dieses Buch eingehend besprochen, nämlich das Wendy neben dem biologischen menschlichen Bewusstsein ganz klar ein spirituelles, transzendentes Bewusstsein annimmt. Es ist dies die Seele, die aus dem Jenseits kommt. Nur wenn wir beide Formen des Bewusstseins annehmen, können wir ein Baby, können wir einen Menschen mit seinem „integralen Bewusstsein“ wirklich verstehen. Wendy ist die Leiterin des Santa Barbara Graduate Institutes in den USA, die erste Institution, in welcher eine Doktorarbeit in pränataler Psychotherapie geschrieben werden kann. In meiner Begeisterung über ihr Buch habe ich mit Wendy McCarty Kontakt aufgenommen und sie in die Schweiz eingeladen. Sie kommt am 25.–28. Ev. sogar bis zum 30. Juni 2010: Christina Hurst Prager aus Küsnacht organisiert diese Tagung – zusammen mit Urs Honauer, dem Leiter des Polarity–Bildungszentrums Schweiz und dem Leiter des Instituts für innere ökologie. Christina Hurst Prager selber ist Craniosakral–Therapeutin und hat vor vielen Jahren fünf Kongresse in der Schweiz organisiert mit dem Titel: Gebären in Sicherheit und Geborgenheit. Anmeldung über: christinahp@bluewin.ch oder info@polarity.ch. Erwähnt sei, dass Wendy zur Zeit vor allem mit einer neuen Form von EFT (Emotional Freedom Tecnique arbeitet, das sogenannte TAT: Tapas Acupressure Tecnique), bei welcher die Meridianpunkte geklopft werden, so auch mit einer Mutter und ihrem Baby.
Zur neuen Literatur:
Als erstes sei das Buch von Wendy McCarty erwähnt – es ist ein Muss für alle an prä– und perinataler Psychologie und Psychotherapie interessierten Menschen. Vor allem auch deswegen, weil sie den ganzen wissenschaftlichen Hintergrund für die Annahme eines transzendenten/spirituellen Bewusstseins erarbeitet hat. Natürlich hoffe ich auf eine baldige deutsche übersetzung.
Schliesslich sei das neue Buch von David Chamberlain erwähnt, bisher bekannt mit seinem Welt–Bestseller: Woran Babys sich erinnern, die Anfänge unseres Bewusstseins im Mutterleib. Kösel, München 1990. Dieses Buch ist in der Zwischenzeit in zwölf verschiedene Sprachen übersetzt worden. In diesem ersten Buch ging es David um das Erleben der Geburt, er hat Kinder in Hypnose über ihre Geburt erzählen/erinnern lassen. In seinem neuen Buch: Windows on the Womb, the first nine Months, geht es um das gesamte Erleben eines Babys während der Schwangerschaft, bis hin zur Zeugung. Seit Jahren möchte David sein Buch beenden, jedoch ist ihm immer wieder etwas dazwischen gekommen. Nun hofft er, noch dieses Jahr sein Buch beenden zu können, so dass es im nächsten Jahr bei North Atlantic Books erscheinen kann. Und hoffentlich wird es ebenfalls ein Weltbestseller wie sein erstes Buch: es wird ein Tor aufstossen für die pränatale Psychologie – zu einem neuen Verständnis des Menschen.
Auch William Emerson ist am Schreiben seines neuen Buches, aber als Präsident der Amerikanischen Pränatalen Gesellschaft (APPAH) ist er natürlich enorm beschäftigt und somit ist es immer noch unsicher, wann sein neues Buch erscheinen wird: Healing our Children, Healing ourselves, the light and dark site of child birth.
Karlton Terry hat ebenfalls ein Babybuch für Eltern geschrieben – er kämpft noch mit seinem Verleger um Details, auch das Erscheinen dieses Buches ist noch ungewiss.
Daniel Agustoni hat ein neues Buch geschrieben: Craniosakral–Therapie für Kinder, Grundlage und Praxis ganzheitlicher Heilung und Gesundheit. Kösel, München 2008. Dieses Buch ist nicht nur für Craniosakral–Therapeuten geschrieben, sondern enthält wertvolle Anregungen und Hinweise für alle Menschen, die mit Babys und Kleinkindern arbeiten. Und Daniel gibt mit seiner Erfahrung auch diverse Hinweise wie mit schwierigen Geburtserlebnissen bei Babys und Kindern gearbeitet werden kann. Zudem enthält sein Buch eine ganze Liste von Kinderkrankheiten und wie damit gearbeitet werden kann.
Als letztes pränatales Buch sei dasjenige von Heike Rödel erwähnt: Als meine Seele Mensch wurde, Mattes Verlag, Heidelberg 2009, mit Beiträgen von Karlton Terry und Ludwig Janus. Heike war Epileptikerin, versuchte diverse Therapien bis sie schliesslich mit Karlton Terry in einer Regressionssitzung bis zurück in ihre Zeugung gelangte – zum Ursprung ihrer Epilepsie. Seither ist Heike anfallsfrei und hat in 22 Bildern ihre Reise zurück an ihren Lebensanfang gemalt. Sie selber hat ihre Bilder mit lyrischen Texten verbunden, Karlton Terry hat dazu jeweils eine Deutung gegeben. Ein empfehlenswertes Buch.
Mit einer kleinen Köstlichkeit sei der pränatale Raum hier abgeschlossen: Barbara Schlochow hat eine CD für Kinder gemacht: Vom Himmel auf die Erde, Luzias und Jonathans Reise, zwei Geschichten zum Lebensanfang, verlorener Zwillling und Geburt – auf Hochdeutsch und auf Schweizerdeutsch. Diese Geschichten sind absolut rührend – leider weiss ich noch nicht, welche Wirkung sie auf Kinder haben. Zu bestellen bei Barbara Schlochow: b.schlochow@bluewin.ch siehe auch www.barbaraschlochow.ch.
Da ich am Schreiben meines Kurses VI der Neurobiologie bin, möchte ich zudem vier Bücher erwähnen, die alle sehr lesenswert sind. Louis Cozolino, 2006: The Neuroscience of Human Relationship, Attachment and Developing Brain, Norton, New York. Hier werden alle wichtigen Entdeckungen in der Neurobiologie ausgezeichnet zusammengestellt, von Allen Schore zur Entdeckung der Spiegelneuronen bis hin zum polyvagalen System von Stephen Porges. Ein unverzichtbares Buch für alle, die an Neurobiologie interessiert sind.
Jill B. Taylor, 2008, mit einem Schlag, wie eine Hirnforscherin durch ihren Schlaganfall neue Dimensionen des Bewusstseins entdeckt. Knaur, München. Hier beschreibt eine Expertin, wie sie eines Tages mit einem Schlaganfall in der linken Hemisphäre erwacht. Eine total spannende Lektüre, vor allem was die unterschiedliche Funktionsweise der rechten und linken Hemisphäre betrifft.
Besonders beeindruckend fand ich das Buch der Journalistin Sharon Begley, 2007: Neue Gedanken – Neues Gehirn, die Wissenschaft der Neuroplastizität beweist, wie unser Bewusstsein das Gehirn verändert. Goldmann, Arkana, München. Dabei beschreibt Begley, wie der Dalai Lama in seiner Stadt Dharamsala regelmässig jedes Jahr Wissenschaftler aus der ganzen Welt empfängt um von ihnen ihre neusten Forschungen zu vernehmen. Im Jahre 2004 ging es um das Phänomen der Neuroplastizität. Das alte „Dogma“ der Neurobiologie lautete: Mit ein bis zwei Jahren ist das Gehirn fertig ausgeformt und baut sich ab diesem Lebensabschnitt nur noch ab. Hier erfahren wir nun, wie beispielsweise durch neue Erfahrungen nicht nur unsere Neuronen sich immer wieder neu verknüpfen, neue Synapsen bilden, sondern dass es im Gehirn, in der Nähe der Ventrikel auch Stammzellen gibt, die neue Zellen bilden und welche beispielsweise in den Hyppocampus, unser Gedächtnis, einwandern können.
Genauso lautet ein alter Lehrsatz der Neurobiologie: Jedes Gehirngebiet ist eindeutig durch genetische Fixierung festgelegt in seiner Funktion. Neue Forschungen ergeben, dass beispielsweise die Sehrinde im Neokortex von Blinden wenn sie keine optischen Signale empfangen, sich spezialisieren auf Hör– oder Tastreize und schliesslich auch für die Sprachentwicklung zuständig werden können. Das Gehirn ist somit ein plastisches System – abhängig von den Erfahrungen, die das betreffende Individuum macht. Und schliesslich gibt es den motorischen Cortex, eine Gehirnregion, welche für die Bewegung unserer Finger, der Hände, für alle Bewegungen zuständig ist. Bei einem Geiger, der eine grosse Virtuosität mit seinen Fingern erreicht, verdrängt jedoch die motorische Schaltzentrale der Finger diejenige der ganzen Hand, welche in andere, weiter entfernt liegende Bereiche abgedrängt werden – auch dies ein Beispiel für die Plastizität unserer Gehirnstrukturen. Noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass Menschen, die nicht Klavier spielen können, jedoch angehalten werden, täglich zu üben, aber nur in ihrer Vorstellung, dass solche Menschen Veränderungen in der entsprechenden Gehirnregionen zeigten wie diejenigen, die tatsächlich geübt hatten. Dieses Beispiel zeigt, wie unser Bewusstsein Gehirnstrukturen verändern kann. Das Anliegen von Dalai Lama als Buddhisten war die Vorstellung, dass zwar unser Gehirn Bewusstseinsstrukturen hervorbringt, dass jedoch umgekehrt geistige Prozesse genauso unsere Gehirnstrukturen verändern können – ein wechselseitiger Prozess. Hätte ein Neurobiologe noch vor einigen Jahren eine solche These aufgestellt, wäre er aus der Gilde der Neurowissenschaftler ausgeschlossen worden.
über dieses Thema hat Daniel Siegel ein ganzes Buch geschrieben, nämlich wie durch Meditation, Gebet, Tai–Chi oder Joga unsere Gehirnstrukturen verändert werden: The Mindful Brain, auf Deutsch: Das achtsame Gehirn, Arbor, Freiburg, 2007. Dabei zeigt Siegel beispielsweise auf, wie in unserem alltäglichen Leben wir keine „neue Erfahrungen“ machen können, sondern, dass wir alle eintreffenden Sinnesreize sofort mit unseren früheren Erfahrungen vergleichen und damit mit einem „ Vorurteil“ zu einem Handlungsentschluss kommen – es sind dies die Entscheidungen von „top down“, von im Cortex gespeicherten Erfahrungen an tieferliegende Schaltzentralen. Wenn wir beispielsweise regelmässig meditieren, sind wir ganz im Körper, ganz im Hier und Jetzt und erfahren die Welt wie sie sich uns wirklich darstellt – die Erfahrungen erfolgen somit von „bottom up“ momentane Erfahrungen ohne Vorurteile. Oder Menschen, die häufig in Achtsamkeit meditieren haben eine verdickte Insula oder eine stärker ausgeprägte mediale präfrontale Gehirnregion, das primäre Emotionszentrum. Der Glaube von Dalai Lama darf heute als richtig angesehen werden.
So das wärs wieder für dieses Jahr. Ich wünsche euch allen viel Musse und Genuss neben einem arbeitsreichen und engagierten Leben.
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